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Rückblick zur Runde um die Wunde
Wunde zu und Leben zurück im ambulanten Setting

Warum moderne Wundversorgung mehr ist als der richtige Verband und wie Struktur, Monitoring und alltagstaugliche Lösungen die Adhärenz stärken.

Wunde zu und Leben zurück.

Chronische Wunden betreffen nicht nur Haut. Sie betreffen Alltag, Psyche, Beruf und Teilhabe. Genau deshalb reicht „Wunde zu“ als Zielbild allein nicht aus. Unser Leitmotiv heißt: Wunde zu und Leben zurück.

In der ambulanten Versorgung merken wir oft früh, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Häufig schon nach dem zweiten Verbandswechsel. Wenn Vertrauen steigt, werden Patientinnen und Patienten entspannter, kooperativer und weniger ängstlich. Und das ist nicht „nett“, sondern wirksam. Denn Vertrauen verbessert die Adhärenz, macht Verlaufskontrollen möglich und stabilisiert die Kontinuität.

Präsentation vor Publikum in einem Raum
im Bild v.l.: Sebastian und Sigi beim Votrag.

Der Unterschied entsteht im System

Ambulant entscheidet nicht ein einzelner Handgriff, sondern das Zusammenspiel:

  • Klare Rollen im Team: medizinische Steuerung, Qualitätsmanagement, Hygiene, Dokumentation, Coaching
  • Ein nachvollziehbarer Therapiepfad: Aufnahme, Diagnostik, Plan, Monitoring, schnelle Reaktion
  • Saubere Schnittstellen: Klinik, Praxis, Pflege, Homecare, Physio
  • Alltagstauglichkeit: Schritte, die für Menschen mit Arbeit, Familie, Anfahrt und Sorgen realistisch bleiben
Unser Grundsatz: Fortschritt ohne Qualität ist Risiko. Qualität ohne Fortschritt ist Stillstand. Wir verbinden beides.
Präsentation vor Publikum in einem Raum
Moderne Eventlocation mit Sitzplätzen.

Zwei Vorträge, ein roter Faden: Produktentwicklung und ambulante VAC Versorgung

Im Rahmen der Veranstaltung standen zwei Themen im Fokus:

  1. Das neue Produkt: erklärt wurden die Idee dahinter, die Einordnung in den Versorgungsalltag und die Entwicklung der Schaumverbände insgesamt, also wie sich Anforderungen wie Tragekomfort, Exsudatmanagement und alltagstaugliches Handling über die Jahre verändert haben.
  2. Ambulante VAC Versorgung: ein Bereich, der in der Praxis weiterhin rar ist, aber für ausgewählte Patientinnen und Patienten ein echter Gamechanger sein kann, wenn Indikation, standardisierte Schritte und enges Monitoring stimmen.

Was uns dabei wichtig ist: Ich selbst stelle keine Wundprodukte vor. Der Mehrwert lag in der fachlichen Erklärung des neuen Produkts und in der Sichtbarmachung einer ambulanten VAC Versorgung, die im Alltag noch zu selten strukturiert angeboten wird.

Gruppe von Menschen in einem Raum
Gläser mit Erdbeeren und Minze

Praxisfälle, echte Stimmen: Warum der Abend so mitreißend war

Ein besonderer Teil der Veranstaltung waren die Fälle direkt aus unserer Praxis. Zwei Patientinnen bzw. Patienten waren sogar anwesend und haben aus eigener Erfahrung berichtet.

Das hat den Raum spürbar verändert. Plötzlich ging es nicht nur um Therapiepfade oder Versorgungslogik, sondern um das, was Menschen im Verlauf wirklich erleben: Unsicherheit, Hoffnung, Rückschläge, kleine Fortschritte und den Moment, wenn wieder Alltag möglich wird.

Eine Patientin war dabei extrem gerührt. Sie hat etwas gesagt, das bei uns hängen geblieben ist: Die Menschlichkeit und die Struktur geben ihr das Gefühl, ihre Sorgen „abgeben“ zu können, damit sie sich wieder um ihr eigenes Leben kümmern kann.

Besonders eindrücklich war ihre Einordnung des Verlaufs: Aus dem Krankenhaus stand für sie eine Prognose von bis zu zwei Jahren Heilungsverlauf im Raum. Gemeinsam mit dem Wundteam aus dem Haus der Gesundheit Ruhpolding hat sie ihren Therapieerfolg als einen Weg beschrieben, der sich auf etwa drei Monate verdichtet hat.

Das ist kein „Wunder“ und kein Heilversprechen, sondern für mich ein starkes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn medizinische Steuerung, Monitoring, Konsequenz und menschliche Begleitung zusammenkommen.

Fazit

„Runde um die Wunde“ heißt für uns: Wundversorgung so zu denken, dass sie medizinisch sicher ist und im Leben der Menschen funktioniert. Und manchmal bedeutet das auch, Versorgungslücken offen zu benennen, damit bessere Strukturen entstehen.

Sieglinde Flatscher

Autorin

Sieglinde Flatscher

Praxismanagerin, Abrechnungsmanagement, Wundexpertin ICW, Qualitätsmanagementbeauftragte, VERAH, NÄPA

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